09185. briefe an die avantgarde

liebe freunde der schwerkraft,

ich verfasse dies im (vollbesitz meiner geistigen kräfte) obwohl man sich darüber wohl nie ganz klar sein kann. euer flozirkus läszt einen ja auch nur halbwegs normal bleiben…

ihr fragt euch, wie ich mich befinde? ich befinde mich nicht. ich sammel mich dort ein, wo ihr (ablagerungen) hinterlaszt. an, ja…, dann auch. aber zuerst -ein-. es ist, als wenn sich in euerm (sediment) erst meine sporen, hier (spuren) zu bilden vermögen, die ich dann, ohne -rockmoment- versteht sich, halbblind zusammensuche und mühsam die tauben von den nichttauben trenne. am anfang entscheidet das gehör. voici…, eine tumbe parole.

wieviel ist 1000 wörter? tausend? wann ist das wort zu ende? bei 1000? voici, fr. stein: ich kann diese stelle nicht wiederfinden, wo TAUSEND stand. wo habt ihr das hingeschrieben… euer (sendungsbewusztsein) trifft nicht mein (findungsbewusztsein), immer nicht; kaum vcvs. 146 und was wollte ich sagen…

vielleicht ist jeder 1. lernt kennen, tauscht aus, verkauft sich oder nicht oder 1 anderes oder auch nicht. ich weisz, -das ammortisiert sich nicht-. weisz, dasz eh nur geschrieben wird, mehr nicht vermutlich. macht ihr irgendwann zu? wie sieht das aus von der anderen seite…; ist da auch irgendwas -avantgarde-? was macht eure sporen sich bilden? die vielen nassen flecke in der landschaft…; überall siedlungsaufwand, der nachher albern wirken musz, wenn die pioniere die referenzflächen aussparen. vielleicht entstehen so die muster; ja, es wird wohl. läszt sich auf diesen bauen? diesen aufgelassenen einfriedungen dessen, was ihr irgendwann besetzt habt? („du muszt dein leben ändern…“) bei 257.

und nun einsammeln. für mich geht das konzept auf: es lohnt sich. ich meine das ernst. tausch/kauf/diebstahl. der rest im haben unter (werbungskosten). ich musz es also ernst nehmen, oder? ich fange an, geld zu verdienen mit dem scheisz. okay, 70% der einnahmen sind im weitesten sinne -naturalien- also mehr oder weniger (tauschgeschäfte) zwischen bier, wein, otherpeoplespublications. abers zählt, oder? oder. die bücher stehn ja im regal. ich müszte nur einmal ehrlich erfahren, ob ich jemanden abgezogen habe oder ob ihr das genauso macht, dann hätte ich ein besseres gefühl, die (kandidaten) anzuhaun. ich bin ein spettat, aber ich bin mein eigener spettat.

das sollte eine klärung bewirken hier: ich bin… mein eigener spettat. ich habe -spettat- an anderer stelle ausführlich versucht zu (beleuchten) für jene, die mit dem wort vielleicht nix anfangen können. an noch anderen stellen, in der -realität- versuche ich ebenfalls, euch darin zu (erhellen) was es heiszt, ein spettat zu sein. ich erkläre das weniger, als es euch vorzuleben. an euch ist sehr wenig spettat auszumachen…, vielleicht geht das mit der zeit verloren, wenn die (bücher) irgendwann in anderer leute regalen stehen, in buchhandlungen zu erwerben sind, auf lesungen vertickt werden. kann sein. findet ihr das gut? okay, zugegebenermaszen habe ich auch an (verlegten) spettat ausmachen können; da jedoch rührt das weniger von dem gefühl her der eigenen fehlbarkeit als eben dem der vermeinten unfehlbarkeit. von manchen ist eine höhe erreicht worden, von der aus sie nicht mehr erkennen können, wo der quark wirklich nur spielt, den sie von sich geben. ich möchte da eine analogie bringen: ich glaube benn, kafka und hölderlin sind sehr viel leiser gewesen als zb. st. george und th. mann, auch fr. lasker-schüler oder ein paar aussortierte des expressionismus haben vermutlich leise gesprochen. nicht dasz ich th. mann zumindest nicht auch sehr schätze; die fallhöhe jedoch, von der aus er und hr. george besonders manchmal leicht ins lächerliche abdriften, weil sie sich ihrer wirkung bewuszt sind und diese pose -in der primäre- (heidegger auch, was für ein 2/3 schmarrn da teilweise zustandekam) zur geltung bringen…, ist immens, und von heut aus betrachtet sind sie sehr tief gefallen. nietzsche zb. als gegenbeispiel: der über-angeber, der allesbringer, der blind für sich war; und dagegen sein antagonist der mann mit dem schlapphut, der demselben wahn erlegen war, aber eben nur in der pose. wohin wollt ich grad?

achja…, der spettateigene…; nu…, vielleicht werd ich auch irgendwann fallen können, wenn mir ein aufstieg aus dem, was ich immer -sediment- nenne gelang. und vielleicht werd ich dann insgesamt so hoffe ich -leiser-. bisher begrenzt die reichweite meine stimme jdfs. noch nicht. im wald kann ich soviel glas kaputthaun, wie ich will, oder; auch während der mittagsruhe. es ist eben so, dasz ich da gern glas zerdepper und immer hoffe, jemand tritt rein und hat was, um sich aufzuregen. ich würde auch so lange dort sitzen und warten, bis das passiert, wenn ich nicht genau wüszte, dasz die stelle, die ich mir für mein polterabend ausgesucht hab, kaum begangen wird. ich werde schilder am waldrand aufstellen: hierlang, da liegen scherben im gebüsch osä. fürs erste genügt aber vielleicht, mit laut klingelnden beuteln vor dem wald auf und ab zu laufen, um jemanden zu der frage zu bewegen, was das ganze soll.

  • okay, und was soll das ganze?
  • naja…, ich will ein paar leute in den wald locken. weil auszer den scherben, die ich da verursacht habe, liegen eben jede menge andere, weit interessantere, wohlplaziert und eine passend zur anderen an allen möglichen stellen. ich kenne ein paar schöne und würde mich freuen, Sie an dem einen oder anderen scherbenhaufen zu treffen, um sich über provenienz, material, alter… der objekte; vielleicht geschlecht und herkunft der (zerdepperer) selbst und das setting an sich laut gedanken zu machen.

okay, ich glaub das haben die scherbenleute verstanden. es fehlen noch hundert wörter, die ich dazu nutzen möchte, den nächsten brief anzukündigen. ich werde mich in diesem einmal mit den (scherbenleuten) im besonderen auseinandersetzen. falls jemand einen kennt: der weg ist gangbar…, nur müssen sie eben ein biszchen deutsch lernen. dann klappts auch mit dem nachbarland. 50 noch? kann ich nicht einfach hier aufhören?

  • Sie haben tausend gesagt also tausend to fulfil, please.
  • und wenn ich jetzt nur noch müll…?
  • das tun Sie sowieso die ganze zeit, aber das war nicht die aufgabe, keinen müll zu produzieren. es ging um den brief. ist der jetz fertig?
  • tausend wörter —> avantgarde.

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